Fotografie ist meiner Meinung nach immer eine Frage des Lichtes. Hell und Dunkel entscheidet über Dramaturgie, Linienführung und emotionaler Position des Fotografen. Leider beobachte ich in letzter Zeit des öfteren, das dieses Gestaltungsmittel sehr quantitativ eingesetzt wird. Der eigentliche Bild-Kontext wird mit Licht so überstrahlt, dass eine gut beleuchtete Leere entsteht. Ein Bild lebt unter anderem auch von der Stimmung. Will man diese erhalten lässt man am besten den Blitz gleich zu Hause. In diesem Bild habe ich z.B. den Mechaniker ganz nebenbei an eine Stelle gelockt, an der das Licht vom Fenster reflektiert wurde…

Zum Anfassen … (und ich spar mir die Bildbearbeitung) Für die Ausstellungen meiner künstlerischen Arbeiten benutze ich lieber unperfekte, gut strukturierte Wände, damit ich meine Bilder projizieren kann. Der “Vintage Style” (für die meisten eine harte Photoshoparbeit) kommt von ganz alleine durch die Überblendung von Struktur und Motiv. Ausserdem lassen sich diese Arbeiten erfühlen!

Ich habe eben eine alte Aufnahme digitalisiert. Ursprünglich war es eine Aufnahme in Farbe und wurde von einem Modelabel (Werbung) benutzt. Erstaunt war ich, wie gut das Motiv sogar in Schwarzweiss kommt…

Wahre Schönheit kommt von Innen. Machen Menschen reicht das nicht und lassen von Aussen nachhelfen. Phillip Toledano hat sich mit einer neuen Art von Schönheit fotografisch auseinander gesetzt...

Das Licht in der Werkstatt war karg, alles war grau vom Staub und Licht konnte nirgendwo mehr reflektieren. Perfekte Bedingungen für ein paar spannende Portraitfotos…

"‎Wenn ich meine Stimme nicht hoerbar mache, bin ich tot."

Ai Weiwei

So ganz nebenbei hat sich über die Jahre ein fotografisches Thema herauskristallisiert (oder soll ich besser “etabliert” sagen?). Fakt ist; Jedes mal, wenn ich bei Unternehmen, Freunden oder Handwerkern zugegen bin, um evtl. deren Produkte abzulichten oder eine Reportage anzufertigen zuckt es mir im Auslösefinger. Zugegeben; Nicht immer sind die Situationen für dieses Thema ideal, selten ist akzeptables Licht vorzufinden und noch seltener sind die Beteiligten sofort Feuer und Flamme. Wenn ich mir es recht überlege, habe ich mit dem Thema zu meiner Lehrzeit (1984-86) in einem kleinem familiären Handwerksbetrieb angefangen. Die ersten Fotos habe ich mit einer simplen Sucherkamera, der Werra (50mm Tessar f2,8) und einer russischen halbautomatischen Lomo gemacht.

Als Filmmaterial stand damals der ORWO NP27 (ISO 400) zur Verfügung, der mehr als ideal für meine ersten Portraits in einer dunklen Werkstatt war, da man ihn locker wie ein ISO 800er belichten konnte. Besonders die Feierabendsituation hatte es mir für meine Portraitstudien angetan, da es der Moment zwischen Pflicht und Kür bzw. der Übergang zum Privatleben war. Der Arbeitstitel für meine aktuelle Fotoserie heisst im übrigen “Ein deutscher Feierabend”…

Nein, ich bin kein “Eisenbahnfreak”. Ich habe nie eine der vollbestückten, blinkenden und ratternden Modelleisenbahnen besessen und mit der begehrten Dresdner Pioniereisenbahn (oder heisst die jetzt Parkeisenbahn?) bin ich erst im letzten Jahr gefahren, nachdem mich ein Brautpaar dazu eingeladen hat! Das Thema Lokomotiven bzw. Eisenbahn habe ich brav in meiner Laufbahn als Fotograf ausgelassen. Heute Morgen wollte ich eigentlich dem Frühnebel ein Paar Motive abgewinnen, als ich plötzlich vor dem Eisenbahnmuseum stand. Eine grosse Einfahrt lockte mit weit geöffneten Toren. Kurz nach Acht in der Früh hat natürlich auch kein Freiluft-Museum offen, also nichts wie rein, da es sicher menschenleer ist und das würde gut zum Thema Nebel passen…Das ich dann doch in der riesigen Halle, die die riesigen Dampfrösser beherbergt, gelandet bin, habe ich einem netten Mitarbeiter im Blaumann zu verdanken. Ich hatte freundlich gefragt, ob ich auf dem Gelände ein Paar Nebelfotos machen könnte, als er mich verdutzt anstarrte (…was will der machen? Nebelfotos, obwohl wir hier die herrlichsten Männerspielzeuge in der Halle stehen haben?) und auf eine kleine Tür zeigte; “…pass ehn bissl uff, wo de hinlatscht”

Vor ein paar Tagen war ich bei einem mittelständischen Unternehmen, um für deren Portfolio einige Aufnahmen grosser Objekte zu machen. Das Spannende an so einem Foto ist immer wieder wieder die Lichtführung. Da die Firma komplizierte Gießformen für die Industrie herstellt, sollte im Speziellen mit Licht und Schatten die Plastik herausgearbeitet werden. Zum Schluss standen fünf Blitzköpfe in der Halle, um das riesige Gussventil abzulichten…

Ich lass mich doch nicht auf (nur) Schwarzweiss festnageln! Die Hälfte fotografiere ich in Farbe. Davon sind sogar 10% quietschbunt…

PINHOLE _new °

Endlich kommt sie …

Ich freu mich schon auf diese Spassknipse, die den digitalen Alltag sicher etwas aufmischen wird. Die Dunkelkammer ruft! Yaeh…

"Die ersten 10.000 Aufnahmen sind die schlechtesten."

Helmut Newton

Für den Kalender einer privaten Eisenbahngesellschaft sollten ungewöhnliche Perspektiven gefunden werden. Kurzerhand schaute ich mich im Wartungsschacht unter dem Triebwagen um. Die Schwierigkeit bestand bei diesem Motiv z.B. darin, authentisches Licht in die Szenerie zu bringen. Ein kleiner Durchlichtschirm (samt funkgesteuerten Blitz) tat hier seine Dienste…

Ich habe gleich wieder den Duft von frischen Baguettes in der Nase. Auf der Suche nach Menschen, die wir für unsere Reportage porträtieren wollten, zog es uns auch in das arabische Viertel von Grasse. An dem Laden mussten wir ein Stop machen. Der Duft und die Menschen, die den kleinen Laden bevölkerten, zog mich hinein. Nach einer kurzen Erklärung machten wir uns für den Nachmittag etwas aus. Als ich dann wirklich mit der Kamera vor Ihnen stand, wollten die beiden Frauen gar nicht mehr aufhören zu lachen. Im Nu war der Laden voller Menschen und ich hatte genau das erreicht, was ich sehr gern vermeide; als Fotograf voll im Mittelpunkt zu stehen!

Jawoll, ich kann auch kitschig. Aber für einen guten Schein fetzt das schon mal…

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